Jungiusstraße 9

HUL-Newsletter

#20 — 3. Juni 2026

Editorial

Relationships and Academic Belonging in Higher Education – das ist der Langtitel eines Projekts, das im Oktober 2025 an der Universität Hamburg gestartet ist. Alle wichtigen Infos dazu finden sich auf der dazugehörigen Website unter: www.uni-hamburg.de/reaction.html

Doch wer kann sich schon so einen langen Titel merken? Daher gibt es eine Kurzform: ReAction. Das große A in der Mitte ist kein Tippfehler, sondern eine Botschaft: Auf Universitäten lastet ein großer Druck, alle möglichen gesellschaftlichen Entwicklungen aufzugreifen und Antworten oder gar, so die Hoffnung, Lösungen zu liefern – über den Weg der Forschung, der Lehre und des Transfers; in diesem Sinne wird eine Reaktion (reaction) erwartet. Gleichzeitig sollten wir uns an einer Universität immer wieder dazu ermahnen, die Gestaltungsmacht nicht vollends aus der Hand zu geben – ein Aufruf also für selbstbestimmtes Handeln; es ließe sich kurz als Handlung oder Aktion (action) bezeichnen. Beides zusammen steckt im Kurztitel ReAction. Und wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht auch das Akronym (Relationships and Academic Belonging in Higher Education), das anzeigt, worum es in diesem Projekt geht: das zu fördern, was Studium und Lehre lebendig macht, nämlich akademische Zugehörigkeit sowie Beziehungen zwischen Menschen, Disziplinen und Kulturen.

Finanziert ist das Projekt von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre in der Förderlinie Lehrarchitektur – angelegt zunächst auf vier Jahre beziehungsweise nach erfolgreicher Zwischenevaluation auf sechs Jahre. An der Antragstellung beteiligt waren die Fakultäten für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Betriebswirtschaft und Erziehungswissenschaft, die zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen Hub of Computing and Data Science und das HUL sowie die Universitätsleitung.

Das Projekt ist formal am HUL angesiedelt; auch die wissenschaftliche Leitung liegt bei uns beziehungsweise bei mir als Leiterin des HUL. Darüber hinaus engagiert sich bestehendes Personal am HUL an der wissenschaftlichen Begleitung und einigen thematischen Schwerpunkten, zu denen es inhaltlich starke Verbindungen gibt. Der Juni-Newsletter 2026 widmet sich daher dem Projekt ReAction und seinem Thema Beziehungen und Zugehörigkeit – und das geht uns alle an und über das Projekt am Ende weit hinaus.

Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre

Gabi Reinmann

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Lehre Weiterdenken

Umfrage ergebnis zu Zugehörigkeit
Alena Zielinski

Building Belonging: ReAction feiert erfolgreichen Projektauftakt im Audimax

Wie entsteht Zugehörigkeit an der Universität? Und warum sind gute Beziehungen im Studium und in der Lehre so wichtig?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Lehrentwicklungsprojekt ReAction (Relationships and Academic Belonging in Higher Education) in den kommenden Jahren.

Beim uni-öffentlichen Event „ReAction: Building Belonging“ stellte sich das Projekt am Nachmittag des 23. April erstmals der Universität Hamburg vor: mit einer Keynote, vielfältigen Mitmachaktionen und zahlreichen Gelegenheiten zum Austausch.

Gruppenbild
UHH/Saveleva

Durch Peer-Tutoring zur Zugehörigkeit

Wenn man an das Studieren denkt, entstehen verschiedene Bilder. Einige davon könnten gemeinsames Lernen, Diskussionen über die Lerninhalte, Klärung von Fragen oder Unterstützung durch Bezugspersonen im Studium darstellen. Wenn man nun die genannten Bilder zusammenführt, könnte bei der einen oder dem anderen ein Bild von einem Tutorium entstehen – einem Format für gemeinsames Lernen im Studium. Und gemeinsames Lernen impliziert Verbindungen – Stichwort Zugehörigkeit. Aber (wie) hängen Tutorien und Zugehörigkeit zusammen?

Türschild offen
Gerd Altmann from Pixabay

Offen, individuell, beziehungsstiftend – das etwas andere Lehrlabor

Das Lehrlabor ReAction unterstützt Lehrende bei der Weiterentwicklung ihrer Lehre – ohne Antrag, Wettbewerb oder feste Formate. Im Mittelpunkt stehen individuelle Vorhaben, persönliche Gespräche und eine Begleitung, die sich am konkreten Bedarf orientiert. So entstehen Lehrkonzepte, die nicht nur Inhalte vermitteln, sondern auch Beziehungen und Zugehörigkeit fördern.

Studierende auf dem Campus der Uni Hamburg
UHH/Feuerböther

Soziale Beziehungen im Fokus – ausgewählte Ergebnisse aus der Befragung zum Studienstart 2025

Jedes Wintersemester nehmen rund 5.500 bis 6.000 Studienanfänger:innen ein Bachelor- oder Staatsexamensstudium an der Universität Hamburg auf. Um zu erfahren, welche Informationsquellen Studieninteressierte nutzen und welche Motive diese bei der Studien- und Hochschulwahl verfolgen, wurden alle Studienanfänger:innen zu Beginn des vergangenen Wintersemesters zur Befragung zum Studienstart eingeladen. Der Frage, welche Rolle soziale Beziehungen bei der Studieninformation und Studienwahl spielen, wird in diesem Beitrag nachgegangen.

Ein grünes männekin das  wurzelartig seine arme in viele Uni Bereiche ausstreckt
Gemini

„Lieben Sie Ihre Studierenden?“ Erfahrungen aus Workshops zur beziehungsreichen Lehre

„Lehre beziehungsreich gestalten“ – so lautet der Titel eines Workshopangebots am HUL, bei dem Lehrende die wissenschaftlichen Konzepte hinter dem ReAction-Projekt kennenlernen und daraus Impulse für ihre Lehrpraxis ziehen können. Welche Inhalte stoßen dabei auf besondere Resonanz, was wird diskutiert und welche Ideen entwickeln die Teilnehmenden? Ein kleiner Werkstattbericht.

Eine Sammlung von Plakaten die in der UHH zum mitmachen einladen
UHH/Zamora-Soll

Schwarze-Brett Kultur(en) an der Uni Hamburg. Was erzählen uns Plakate über Zugehörigkeitsgefühl und Academic Belonging?

Betritt man ein Gebäude der Universität, fallen einem sofort die Aushänge in den Glaskästen oder die überquellenden schwarzen Bretter ins Auge. Neben Jobangeboten und Wohnungsgesuchen werden dort auch Einladungen zu Aktivitäten, Aufrufe zu Aktionen und Treffen für interessierte Studierende beworben. Im Wintersemester 2025/2026 sind wir durch die großen Gebäude rund um den Hauptcampus gezogen und haben Aushänge an den schwarzen Brettern fotografiert.

Weitere Hinweise

Akkreditierung des Master Higher Education

Die Bewerbungsphase für den Studiengang Master Higher Education läuft noch bis zum 15. Juni 2026!

Zielgruppe: in der Lehre tätige Personen, die bereits einen ersten Studienabschluss haben und sich in Fragen der Hochschuldidaktik auf Universitätsniveau weiterqualifizieren möchten.
Bei Fragen können Sie sich per E-Mail an die MHE-Koordination wenden.

Veranstaltungen mit Blick auf das Oberthema

Im Rahmen der HUL-Kolloquien am 23.6.2026 um 13:00-14:30

 (Un)Möglichkeiten. Wie lassen sich Lehr- und Lernräume der Zukunft planen und bauen?

Balthasar Eugster, Uni Zürich

Hochschulen werden um- und weitergebaut. Es bieten sich faszinierende Chancen der räumlichen Neugestaltung, die aber zuweilen schier unmögliche Herausforderungen darstellen. Denn wie soll man Räume und Flächen planen, die auch in fünfzig oder achtzig Jahren noch gut nutzbar sind, wenn wissenschaftlich fundierte Aussagen kaum beizubringen sind, wie Lehren und Lernen in der ferneren Zukunft sich konkretisiert?
An der Universität Zürich haben die Direktion Immobilien und Betrieb und das Prorektorat Lehre und Studium gemeinsam das Rahmenkonzept EduSpaces entwickelt, das sich diesen Herausforderungen stellt. Es versucht, die Planung von Lehr- und Lernräumen bzw. -flächen neu zu denken und dadurch eine tragfähige Brücke zu schlagen zwischen den Bedürfnissen der Nutzenden und den Möglichkeiten der Bauenden.
Der Beitrag gibt Einblicke in die grundlegenden Ideen von EduSpaces und zeigt, welche Gelingensfaktoren seiner Entstehung und Perspektiven seiner Umsetzung sind.

Bitte melden Sie sich unter kolloquien.hul@uni-hamburg.de zu dieser Veranstaltung an, sie erhalten im Anschluss einen Zoom-Link.

Publikationen

Breetzke, J., Wenker, T., & Bohndick, C. (2026). Do motivational changes differ between academic disciplines? Investigating the context in situated expectancy-value theory. European Journal of Psychology of Education, 41(2), Article 74. https://doi.org/10.1007/s10212-026-01136-8

Reinmann, G. (2026). War das nun Design-Based Research oder haben wir den Mund zu voll genommen? Eine methodische Reflexion. In U. Lucke, J. Hafer, S. Möring & P. Trilcke (Hrsg.), Digitale Fachkonzepte. Forschendes Lernen und digitale Methoden in den Geisteswissenschaften (S. 161-167). Potsdam: Universitätsverlag Potsdam.

Reinmann, G. (2026). Resonanzen auf eine Anti-Festschrift. Impact Free 70. https://gabi-reinmann.de/wp-content/uploads/2026/03/Impact_Free_70.pdf

Reinmann, G. (2026). Theoretisches Forschen – Entwurf, um einen Anfang zu machen. Impact Free 69. https://gabi-reinmann.de/wp-content/uploads/2026/02/Impact_Free_69.pdf